Zusätzlich finden in der Burgkirche fünf Passionsandachten statt, bei denen jeweils eines der Kunstwerke in Beziehung zu Themen der Passionszeit gesetzt wird.
Bad Nauheimer Künstlerin stellt aus
Die Künstlerin Silvia Roedler-Müller lebt und arbeitet in Bad Nauheim, wo sie im Atelier „Auf dem Hohenstein“ als Bildhauerin, Malerin und Aktionskünstlerin tätig ist. Damit rückt eine profilierte Kunstschaffende aus der Region in den Mittelpunkt der diesjährigen Passionsreihe. Silvia Roedler-Müller arbeitet vorwiegend mit alten Eichenbalken, Holz von Obstbäumen sowie mit Stoffen und Papier. Ihre Skulpturen entstehen in einem behutsamen Prozess des Erspürens und Freilegens – als würde sie aus dem Material herausarbeiten, was im Verborgenen bereits angelegt ist und ans Licht treten möchte. Seit vielen Jahren setzt sie sich künstlerisch mit dem Wesen Kaspar Hausers und grundlegenden Fragen des Menschseins auseinander. Dabei steht für sie zunehmend nicht nur die Skulptur, sondern der Mensch selbst im Zentrum ihres Schaffens.
Inspiration aus Gesprächen mit Fremden
Aus dieser Haltung heraus entstand 2015 das Projekt „Zeige deine Wunde“. Darin sucht die Künstlerin das Gespräch mit fremden Menschen – auf der Straße oder im Park – und lädt sie ein, ihren Schmerz anonym in einem Wort oder Satz aufzuschreiben. Ausgehend von der individuellen Handschrift entwickelt sie zeichnerische Arbeiten auf diesen Blättern. Es entstehen intensive Begegnungen und berührende Momente, in denen Verletzbarkeit, Unschuld und die Möglichkeit von Heilung Raum bekommen. Dieses tiefe Gespür für menschliche Wunden und Hoffnungen prägt auch ihre Holzskulpturen.
Kunstwerke mit Themen der Passionszeit verbinden
In der Ausstellung in der Burgkirche sind Bilder und Skulpturen mit Titeln wie „Ich trage Dich“, „Erinnerung an Morgen“, „Zwischen Blicken“, „Meditation“, „Ich bin’s“ und „Horch an meinem Herzen“ zu sehen. Sie greifen Haltungen und Motive wie Trauer, Erwartung, Hoffnung und Freundschaft auf. In jeder der fünf Passionsandachten wird eines der Kunstwerke in Beziehung zu einem Thema der Passionszeit gesetzt.
Vernissage am 26. Februar
An die Vernissage am Donnerstag, 26. Februar 2026, um 18 Uhr schließt sich um 19 Uhr die erste Passionsandacht an, gestaltet von Pfarrerin Claudia Ginkel, musikalisch begleitet von Sabine Dreier (Flöte) und Kantor Ulrich Seeger. Weitere Andachten folgen jeweils donnerstags um 19 Uhr: am 5. März mit Pfarrerin Maren Bezold sowie Jutta Hahn (Blockflöte) und Kantor Ulrich Seeger, am 12. März mit Pfarrerin Sophie Gesing und Joachim Etzel (Viola), am 19. März mit Pfarrer Joachim Neethen und Mirjam Minor (Oboe) sowie am 26. März mit Pfarrerin Claudia Ginkel und Ulrich Knapp (Violoncello), jeweils gemeinsam mit Kantor Ulrich Seeger.
Die Ausstellung ist vom 26. Februar bis 5. April 2026 in der Burgkirche Friedberg zu sehen. Geöffnet ist sie samstags und sonntags von 15 bis 17 Uhr sowie während der Gottesdienste und Passionsandachten. Der Eintritt ist frei. Mit der Reihe lädt die Evangelische Friedensgemeinde Friedberg dazu ein, die Passionszeit neu zu entdecken.